?>

Eins werden mit der Natur: Wandern am Gardasee

Wandern ist für alle, die die Natur erleben möchten, ideal. Denn beim Wandern sind wir direkt in der Natur unterwegs und werden so ein Teil davon. Wir haben die Möglichkeit, Pflanzen und Tiere zu entdecken. Kein Wunder, dass es immer mehr Menschen hinauszieht, um schöne Landschaften zu bestaunen. In Wanderkreisen ist schon seit langem bekannt, dass die Gegend am Gardasee ein Paradies für Wanderer ist. Viele Wandertouren rund um den Gardasee punkten nicht nur durch ihre großartige Landschaft, auf vielen Wegen stoßen Wanderer auf Zeugen und Denkmäler der Geschichte der Region. Besonders faszinierend ist für Wanderer am Gardasee diese Mischung aus mediterranem Klima und alpiner Landschaft. Dieser Kontrast macht die Gegend besonders reizvoll und einzigartig. Und außerdem finden sich an allen Wanderrouten Berghütten oder Cafés, die zu einer gemütlichen Einkehr einladen. Gastlichkeit wird in Italien geschätzt, die Speisen sind immer frisch zubereitet. Beim Wandern lassen sich die Vorzüge der italienischen Küche mit einem Aufenthalt in atemberaubender Natur elegant verbinden.

Die höchsten Gipfel rund um den See sind über 2.000 Meter hoch. Wer hoch hinaus will, hat also einige Höhenmeter vor sich. Zu einigen Gipfeln führen aber inzwischen Bergbahnen, die es ermöglichen, bequem auf den Gipfel zu gelangen und dann direkt von dort kleine Wanderungen zu unternehmen. Von Malcesine aus führt eine Bergbahn auf den Monte Baldo. Auf einer Höhe von 1.800 Metern bietet sich vom Berggipfel ein atemberaubender Blick auf den Lago di Garda, der majestätisch, umgeben von den Bergen, im Tal liegt. An sonnigen Tagen strahlen das blaue Wasser und der blaue Himmel um die Wette. Die Luft auf fast 2.000 Meter Höhe ist rein und klar. Auf diesem Gipfel scheint die Welt so friedlich, man kann durchatmen und fühlt sich frei. Besonders beeindruckend ist die Vielzahl an unterschiedlichen Pflanzenarten, die hier wachsen. Einige der ungefähr 800 Arten sind nur hier heimisch. Aufgrund des Artenreichtums wird die Gegend der botanische Garten Europas genannt.

Eine der beliebtesten Touren am Monte Baldo führt mit der Bergbahn nach Bocca Tratto Spino. Der Weg führt Richtung Norden um die Ostwand des Bergs Colma herum. Nach einem kurzen Abstieg erreicht man den Sentiero del Ventrar. Dieser bekannte Weg bietet alles, was zu einer außergewöhnlichen Wanderung dazugehört. Auf- und Abstiege wechseln sich ab, der Blick auf malerische Schluchten und steile Felsen sorgt für Abwechslung auf dem Weg zur Alm Kira. Von dort aus führt der Weg nach S. Valentino zu einem natürlichen Bogengang, bevor es über S. Michele zurück zur Mittelstation geht. Vom Monte Baldo lassen sich mehrtägige Touren starten. Von hier führt ein Fernwanderweg, der Sentiero delle Creste, nach Bocca di Neve. Von diesem Weg aus bietet sich ein spektakulärer Blick auf die Alpen.

Geschichte und Natur lassen sich auf einzigartige Weise auf Wanderungen im Sarca-Tal verbinden. Hier finden sich die bekannten Höhlen Cave di Olite und man stößt noch auf österreichische Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg. Auch die Eiszeit hat hier Spuren hinterlassen: Felsformationen und Karsterscheinungen erinnern an diese Zeit. Europas nördlichster Steineichenwald ist ebenfalls in dieser Region zu finden. Eine bekannte Rundtour zum Monte Creino führt auf knapp über zwölf Kilometern vorbei an Gemüsefeldern und der Kapelle S. Rocco. Vom Gipfel bietet sich ein besonderer Ausblick auf die Burgfelsen bei Arco. Wanderer stoßen in dieser Gegend auf Überbleibsel aus dem 1. Weltkrieg.

Die bekanntesten Wanderwege rund um den See sind in der Regel gut ausgeschildert. Bei allen Wanderungen gibt es dennoch einige Regeln zu beachten. Wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind Pflicht. Trotz der vielen Almhütten oder Bergstationen sollte vor allem genügend Wasser mitgenommen werden. Einige der Wege sind recht anspruchsvoll und erfordern Kondition und Trittsicherheit. Vor Antritt der Wanderung empfiehlt es sich deshalb, sich über die Route zu informieren und die eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen. Generell gilt, ausgeschilderte Wege zu benutzen, um die Natur nicht unnötig zu belasten.